Pilgerunterkunft in Kyritz

Bad Wilsnack zählte im Spätmittelalter zu den größten und bekanntesten Wallfahrtsorten neben Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela und Aachen. Hunderttausende Pilger, überwiegend aus Nord- und Mitteleuropa, kamen über fast zwei Jahrhunderte nach Wilsnack.

Ursache waren drei im Jahr 1383 aufgefundene sogenannte „Wunderbluthostien“.  Einige Tage nach einem Dorfbrand untersuchte der Dorfpfarrer die rauchenden Trümmer seiner Kirche und entdeckte dabei auf dem unversehrt gebliebenen Altar drei Hostien, die jeweils einen zentralen, roten Fleck aufwiesen – für die Christen dieser Zeit ein unumstößliches Zeichen für das Blut Christi. Mit der Zerstörung der verehrten Hostien im Jahr 1552 endeten die Wallfahrten allmählich.

Das Wallfahren erfreut sich in unserer Zeit wieder größer werdender Beliebtheit, vermutlich aufgrund der Sehnsucht nach Entschleunigung, Ruhe, Gemeinschaft und Spiritualität in unserer doch oft hektischen Zeit.

Daher ist auch Bad Wilsnack wieder ein beliebtes Ziel für Fußpilger geworden, die meist von Berlin aus den ca. 130 Kilometer langen Pilgerweg in verschiedenen Etappen gehen.

Eine Unterkunftsmöglichkeit auf diesem Weg bietet in Kyritz die Pilgerherberge im Kirchturm der katholischen Kirche Heilig Geist, einer ehemaligen Küsterwohnung. Neben einem Bad mit Dusche und WC, einer Küche für die Selbstversorgung und einem Aufenthaltsraum bieten zwei getrennte Schlafräume bis zu sieben Personen eine Übernachtungsmöglichkeit.

Für die Unterkunft, die von Ostern bis Allerheiligen möglich ist, wird lediglich eine Spende erbeten.

Eine Voranmeldung ist erforderlich unter:
Tel.:         033971 / 54235
E-Mail:  heiliggeistkyritz@online.de
Adresse: Hagenstr. 1/3, 16866 Kyritz